Allgemeines zum Thema Lärm

Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest.
Robert Koch (1834-1910)

Lärm kann man als jedes unerwünschte laute Geräusch bezeichnen. Zum dem wird Lärm auch subjektiv wahrgenommen und beurteilt. Jeder Mensch nimmt Geräusche unterschiedlich wahr, den einen stören sie nicht, den anderen schon. Geräusche entstehen durch Schwingungen und breiten sich in der Luft als Schallwellen aus. Allgemein lässt sich festhalten, je stärker ein Geräusch desto mehr Menschen nehmen es als unangenehmen Lärm war. Somit ist Lärm einerseits subjektiv geprägt, anderseits messtechnisch als Schalldruckpegel in Dezibel (dB) bestimmbar. Anhand der regelmäßig durchgeführten, repräsentativen Umfrage des Umweltbundesamtes fühlen sich mehr als 50 % der Befragten in Deutschland durch Straßenverkehrslärm belästigt.

 

Die unterschiedlichen Lärmursachen

Baustellen

Auf Baustellen ist es zumeist laut. Belästigungen können nicht völlig vermieden werden, jedoch kann man sie mindern. Durch die zunehmende Innenentwicklung und –verdichtung liegen Baustellen und Wohnungen unmittelbar nebeneinander. Zu den Lärmquellen auf einer Baustelle gehören unter anderem die Baumaschinen die im Freien betreiben werden.
Ob von einer Baustelle schädliche Umwelteinwirkungen ausgehen, wird nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm – Geräuschimmissionen (AVV Baulärm) beurteilt.
Möglichkeiten der Lärmminderung sind unter anderem:

  • Einrichtung der Baustelle
  • Standort der Baumaschinen
  • Einsatz von Baumaschinen
  • Maßnahmen an Baumaschinen

Gewerbe

Der Industrie- und Gewerbelärm umfasst sowohl den Lärm von großen Industriebetrieben als auch der von kleineren Gewerbebetrieben (z. B. Tankstellen, Verbrauchermarkt, Werkstätten, Schlossereien). Neben dem Lärm, der bei der Produktion entsteht, wird auch den Lärm des Fahrzeugverkehrs auf dem Betriebs- oder Werksgelände sowie den Lärm des Liefer- und Kundenverkehrs begrenzt.

Durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und seine Verordnungen (BImSchV) und insbesondere der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) sind zahlreiche Regelungen zum Schutz vor Industrie- und Gewerbelärm getroffen worden.

Maschinen und Geräte

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes (UBA) fühlen sich 40 % der Befragten durch Geräusche der Nachbarn gestört oder belästigt. Anlass für zahlreiche Anfragen bzw. Beschwerden ist der Betrieb von Rasenmäher, Grastrimmer, Laubbläser oder Heckenschere in Wohngebieten. In Wohngebieten dürfen nach der Geräte- und Maschinenlärmverordnung (32. BImSchV) im Freien verschiedene Maschinen und Geräte nur an Werktagen (Montag bis Samstag) in der Zeit von 07:00 bis 20:00 Uhr betrieben werden. Für einzelne Maschinen (z.B. Laubbläser) gibt es drüber hinaus strengere Vorgaben.

Unter Beachtung des Gebots gegenseitiger Rücksichtnahme empfehlen wir am Samstag eine Mittagsruhe zu gewähren.

Sport und Freizeit

Die Errichtung und der Betrieb von Sportanlagen sind in bundeseinheitlichen Sportanlagenlärmschutzverordnung (18. BImSchV) geregelt worden. Die Verordnung versucht einen Ausgleich zwischen dem Ruhebedürfnis der Nachbarschaft und den Anforderungen des Sportbetriebes herzustellen. In der Verordnung sind dazu Immissionsrichtwerte festgesetzt worden, die im Grunde denen für gewerbliche Anlagen entsprechen.

Für Freizeitanlagen ist in Mecklenburg-Vorpommern eine landeseigene Freizeitlärm-Richtlinie erlassen worden. Beschwerden im Zusammenhang mit Sport- und Freizeitanlagen entstehen, da sie meist in der Nähe von Wohngebieten liegen und in Zeiten mit erhöhtem Ruhebedürfnis betrieben werden. Dabei können die Geräusche durch den Betrieb der Anlage selbst, durch technische Nebenanlagen (z. B. Lautsprecher, Entlüftungsanlagen), durch Äußerungen von Benutzern und Zuschauern sowie durch die zur Anlage gehörenden Parkplätze entstehen.

Veranstaltungen

Bei vielen Veranstaltungen sind in der Regel Lautsprecheranlagen im Einsatz, welche unter anderem Ursache für Beschwerden sein können. Zudem finden in den Sommermonaten zahlreiche Veranstaltungen unter freiem Himmel statt. Auch bei Veranstaltungen kann die in Mecklenburg-Vorpommern erlasse Freizeitlärm-Richtlinie als Erkenntnisquelle herangezogen werden.