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05.10.2018

Musiker Peter Wolff erhält Ludwig-Reinhard-Kulturpreis 2018

Jury lobt langjähriges und außergewöhnliches Engagement der DDR-Rocklegende in der regionalen Musikszene / Landrat Rolf Christiansen würdigt Kulturlandschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim als wichtige Säule des demokratischen Miteinanders

Kulturpreis 2018
Landrat Rolf Christiansen und Kreistagspräsident Olaf Steinberg gemeinsam mit den Nominierten des Kulturpreises 2018 © Philipp Eisermann

Erstmals fand die Verleihung des Ludwig-Reinhard-Kulturpreises des Landkreises Ludwigslust-Parchim in diesem Jahr im Schützenhaus in Grabow statt. Im feierlichen Rahmen wurde heute (05.10.2018) der Vollblutmusiker Peter Wolff, besser bekannt als Peter „Mäxchen“ Wolff, für sein außergewöhnliches Engagement in der regionalen Musikszene geehrt. Seit den 60er Jahren ist er in der Musikszene aktiv und wurde als Mitglied der ostdeutschen Rockband „Res Facta“  bekannt. Heute unterstützt er junge Musiker, indem er unter anderem Musikprojekte für Nachwuchskünstler sowie Musikwerkstätten organisiert.

Der mit 2500 Euro dotierte Ludwig-Reinhard-Kulturpreis, jeweils zur Hälfte gestiftet von der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Sparkasse Parchim-Lübz, wurde in diesem Jahr zum siebenten Mal im Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgeschrieben. Er würdigt kulturelle und künstlerische Leistungen, die sich durch besondere Originalität und Qualität auszeichnen und einen engen inhaltlichen Bezug zum Landkreis Ludwigslust-Parchim aufweisen.

Des Weiteren wurden im Rahmen der Preisverleihung zwei weitere Kulturschaffende für ihr außergewöhnliches Engagement in der Kultur- und Heimatpflege ausgezeichnet. Die Sonderpreise jeweils in Höhe von 500 Euro erhielten der Maler und Grafiker Hellmut Martensen aus Neustadt-Glewe und Wolfgang Kniep aus Leisterförde, der sich um den Erhalt der plattdeutschen Sprache verdient gemacht hat. Die insgesamt 1000 Euro stellte der Fachdienst für Bildung, Kultur und Sport des Landkreises zur Verfügung.

In seiner Festrede würdigte Landrat Rolf Christiansen die regionale Kulturlandschaft als wichtige Säule des demokratischen Miteinanders. „Kultur schafft es immer wieder auf ganz vielfältige Weise, Menschen zu verbinden, sie miteinander ins Gespräch zu bringen, sie anzuregen, sich auch mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen“, sagte Christiansen und verweist auf das Wirken von Ludwig Reinhard, dem Namensgeber des Kulturpreises. In der Zeit um die Märzrevolution Mitte des 19. Jahrhunderts war er als Lehrer, Redakteur und Literat in der Region Ludwigslust-Parchim aktiv. Ludwig Reinhard setzte sich in seinen Schriften kritisch mit damaligen herrschaftlichen Verhältnissen auseinander. Darüber hinaus nahm er 1848 als Mitglied an der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche teil und galt als wichtiger Vordenker hin zu einer demokratischen Gesellschaftsordnung.

Zudem dankte Rolf Christiansen, für den die Kulturpreisverleihung einer der letzten großen öffentliche Auftritte als Landrat war, allen Nominierten für ihr besonderes Engagement. „Alle Preisträger und Nominierten stehen für eine große künstlerische Vielfalt. Durch ihr Schaffen tragen sie dazu bei, das unser Landkreis bunter und lebenswerter wird. Dafür gebührt allen mein herzlichster Dank“, sagte der scheidende Landrat, der Ende kommender Woche die Amtsgeschäfte des Landkreises Ludwigslust-Parchim an seinen Nachfolger Stefan Sternberg übergibt.

Umrahmt wurde die von Norbert Bosse moderierte Festveranstaltung von der Musikschule „Johann Matthias Sperger“ des Landkreises, der Musikschule Rock-Pop-Schmiede Göhlen und dem Ballettstudio Kremer aus Ludwigslust.

In diesem Jahr lagen der neunköpfigen Jury elf Vorschläge zur Vergabe des Ludwig-Reinhard-Kulturpreises vor. Neben Peter Wolff waren dies:

- Martina Kriedel aus Zapel, freiberufliche Künstlerin in den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Töpfern und Theater. Zudem ist sie Schreibende und Gestalterin von Kalendern.

- Künstlerduo René und Diana Thiel aus Neustadt-Glewe. Das mittelalterliche Künstlerduo „Fortuna Musica“ spielt mittelalterliche Klänge über traditionelle Musik bis hin zu irischer Folklore.

- Bernd Udo Heckendorf aus Parchim. Der Naturfotograf will der Jugend den Schutz und Erhalt der heimatlichen Natur näherbringen.

- Karl-Peter Elsholt aus Consrade ist seit 2017 Vorsitzender des Förderkreises Consrader Kirche und für den Aufbau des Heimatmuseums verantwortlich.

- Theatergruppe „Gehänselt und Gegretelt“, ein Mehrgenerationenmodell an der Schule am Neuen Teich in Lübz. Die ehrenamtlich arbeitende Theatergruppe besteht aus Angestellten, Mitarbeitern, Referendaren und Rentnern im Alter von 27 bis 64 Jahren.

- Hellmut Martensen aus Neustadt-Glewe. Seit 1987 leitet der Künstler die Arbeitsgemeinschaft Malerei-Grafik, das 40-jährige Jubiläum wurde Anfang dieses Jahres mit einer Ausstellung in der Burg Neustadt-Glewe gewürdigt.

- Daniela Melzig, freischaffende Bildende Künstlerin aus Augzin. Ende 2009 trat sie in den Verein Rothener Hof ein und ist dort im eigenen Atelier „Transparente Welten“ als bildende Künstlerin tätig.

- Wolfgang Kniep aus Leisterförde ist Komponist, Schriftsteller, Sänger und Entertainer. Er nahm mehrere eigene Alben sowie Gemeinschaftsproduktionen mit bekannten Künstlern und Musikgruppen auf und setzt sich besonders für den Erhalt der plattdeutschen Sprache ein.

- Oliver Guse aus Siggelkow. Er ist seit mehr als 20 Jahren im Kunstsektor des Landkreises Ludwigslust-Parchim durch Präsentation von Skulpturen und Bildern aktiv.

- Eckhard Bergmann von der Galerie „ebe“ in Parchim. Seit August 1990 werden in seiner Galerie Ausstellungen, auch mit der Unterstützung professioneller Künstler, gezeigt.

Alle Nominierten erhielten eine Ehrenurkunde. Weitere Informationen zum Ludwig-Reinhard-Kulturpreis des Landkreises Ludwigslust-Parchim unter  www.kreis-lup.de/kulturpreis