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28.02.2021

„Erreichte Erfolge nicht aufs Spiel setzen“

Mehr Corona-Fälle in Kitas, massiver Anstieg von Mutationsnachweisen im Landkreis Ludwigslust-Parchim: Landrat Stefan Sternberg mahnt dringlich zum Einhalten aller Infektionsschutz-Regeln

Virus
© Pixabay/Arek Socha

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim kommt es zunehmend zu Corona-Infektionen in Kindertagesstätten. Seit dem 26. Januar verzeichnete das Gesundheitsamt des Landkreises neue Fälle in zwölf Einrichtungen. Landrat Stefan Sternberg bewertet dieses Entwicklung als bedrohlich, zumal in mehr als der Hälfte dieser Fälle die britische Mutation des Coronavirus UK B.1.1.7 nachgewiesen wurde.

Allein von den 43 neuen Corona-Fällen vom Sonnabend (27.02.2021) stehen neun in Verbindung mit Kindertagesstätten. So verzeichnet die WABE Kindertagesstätte Naturtalent in Ludwigslust jetzt insgesamt sechs positiv getestete Mitarbeiter (+4), die Kita Freundschaft in Parchim vier positiv getestete Mitarbeiter (+1), die Kita Regenbogen in Parchim zwei positiv getestete Mitarbeiter (+1), die Kita in Kirch Jesar drei positiv getestete Mitarbeiter (+2). In der Kita Kuhstorf wurde eine Mitarbeiterin positiv getestet - daraufhin  wurden 65 Kinder und zehn Mitarbeiter in Quarantäne geschickt. Auch sämtliche Kinder und das Personal der WABE-Kita in Ludwigslust müssen nun per Allgemeinverfügung des Landkreises zuhause bleiben.

Seit Ende Januar wurde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in 152 Fällen die britische Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Wie das Gesundheitsamt berichtet, wurden in der zurückliegenden Woche bei fast der Hälfte der positiven Proben Mutationsnachweise registriert.

„Der bisherige Trend in eine zunehmend entspannte Lage läuft Gefahr, sich umzukehren“ warnt Landrat Sternberg. „Derzeit werden alle positiven Coronavirus-Nachweise auch auf Mutationsvarianten untersucht“, so Landrat Sternberg, „und wir konnten beobachten, dass es sich nicht um einige wenige Cluster handelt, sondern bereits in der Bevölkerung weit verbreitet vorkommt. Es ist umso wichtiger, alle schon bekannten Regeln der Infektionsvermeidung konsequent weiter anzuwenden: unsere Kontakte auf das Nötigste zu reduzieren, Abstand von mindestens eineinhalb Metern zu halten, medizinischen Mund-Nasenschutz zu tragen, die Hygieneregeln einzuhalten, zu lüften. Wenn wir hier nachlassen, dann riskieren wir den Verlust aller bisher mit großer Anstrengung erreichten Erfolge.“

Coronaviren mit der britischen Mutationsvariante zeichnen sich durch eine wesentlich leichtere und schnellere Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch aus als die bisher vorherrschende. Das bedeutet, dass eine Ausbreitung wesentlich schwerer einzudämmen ist und wesentlich mehr von den Kontaktpersonen des Betroffenen sich infizieren. Es gibt zwar erst eine begrenzte Datenlage, berichtet Amtsärztin Dr. Ute Siering, aber erste Hinweise lassen eine erhöhte Fallsterblichkeit und damit auch schwerere Verläufe vermuten.

Zu befürchten ist die Zunahme der Übertragung von Mensch zu Mensch und damit auch wieder ein Anstieg der Inzidenz, gleichzeitig auch ein Anstieg der schweren Verläufe und der Sterblichkeit.