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27.08.2020

1. Ehrenamtskarte im Landkreis LUP übergeben

Detlef Westphalen zog vor 25 Jahren nach Rodenwalde, engagierte sich dort anfänglich in der Gemeindevertretung, vor allem aber um den Erhalt der Feldsteinkirche Marsow – jetzt gab es die Ehrenamtskarte für sein ehrenamtliches Engagement

Erste Ehrenamtskarte in LUP_Angelika Lübcke_Detlef Westphalen
Die erste Ehrenamtskarte MV im Landkreis überreichte Angelika Lübcke an Detlef Westphalen. © Landkreis LUP

Seine Herkunft kann Detlef Westphalen nicht verbergen. Wenn er erzählt „stolpert“ er immer wieder über den „spitzen Stein“. Er ist ein waschechter Hanseat. Doch vor gut 25 Jahren zieht es ihn von Hamburg gemeinsam mit seiner Ehefrau Helga nach Rodenwalde bei Vellahn – im wunderschönen Mecklenburg-Vorpommern. Bescheidenheit sei eine Tugend. Ehrenamtlich Engagierten werde diese ebenfalls nachgesagt. Detlef Westphalen ist da keine Ausnahme. „Das ist mir ja richtig unangenehm“, sagt Detlef Westphalen, als Angelika Lübcke von der MitMachZentrale des Landkreises Ludwigslust-Parchim ihm die erste Ehrenamtskarte im Landkreis Ludwigslust-Parchim überreicht. „Als der erste Antrag für die Ehrenamtskarte MV bei mir ins Büro flatterte, habe ich gedacht: ,Irgendwoher kennst du den Namen?‘“ Schnell nimmt Angelika Lübcke, die im Mehrgenerationenhaus Lübz ihr Büro hat, Kontakt zu Detlef Westphalen auf. Und? Die Stimme, die Art und Weise zu reden, das Hamburgische… „Wir kennen uns!“ Na klar, von mehreren Netzwerktreffen im Ehrenamt. Für die ehemalige Siggelkower Bürgermeisterin ist es deshalb eine Ehrensache, dem ersten Inhaber der Ehrenamtskarte MV diese persönlich zu überreichen. 

Bei Kaffee und Kuchen wird über Gott und die Welt geredet. Detlef Westphalen erzählt von seinem ehrenamtlichen Engagement. Zuerst Gemeindevertreter, dann Gründer des Fördervereins zur Erhaltung der Feldsteinkirche Marsow e.V. Mehr durch Zufall wird der Förderverein gegründet. Mehr durch Zufall entdeckt Detlef Westphalen die Feldsteinkirche. Sein Engagement aber bleibt kein Zufall. Über viele Jahrzehnte hinweg engagiert er sich. Organisiert Fördergelder, Spenden für die Außen- und Innensanierung. Gut 770.000 Euro sind mittlerweile in den Erhalt der Marsower Kirche geflossen. Die eigentlichen beiden Ziele hat der Hanseat noch immer nicht aus den Augen verloren. „Unsere Ziele waren, die Orgel wieder bespielbar zu machen“, erzählt Detlef Westphalen. Das sei erreicht worden, die Instrumentenkönigin erklingt wieder. Doch das andere Ziel gestaltet sich schwieriger. „Ich habe damals die Wandmalerei in der Kirche entdeckt. Diese sollte wieder rekonstruiert werden.“ Dafür muss Detlef Westphalen viele Hürden nehmen – angefangen mit der Gründung des Fördervereins vor 19 Jahren. Gelohnt hat es sich alle mal. Sponsoren, Stiftungen wurden gesucht und gefunden. „Allein die Oetker-Stiftung hat uns dreimal bedacht – mit gut 49.000 Euro insgesamt.“ Darüber staunt der Hanseat noch immer. Seinem Wunsch, endlich die Wandmalerei rekonstruieren zu lassen, kommt er bis heute nach. Doch Veranstaltungen, die in diesem Jahr für die Kirche in Marsow hätten stattfinden sollen, fielen der Coronapandemie ebenfalls zum Opfer. 

Ähnlich erging es Angelika Lübcke. „Eigentlich sollte es eine große Veranstaltung geben, an der alle Antragsteller aus dem Landkreis ihre Ehrenamtskarte bekommen“, erklärt Angelika Lübcke. Doch leider kommen diese nun per Post. Gut 55 Anträge auf die Ehrenamtskarte MV habe sie bereits geprüft, zehn seien noch auf Halde. Insgesamt wurden mehr als 600 Anträge im gesamten Bundesland gestellt. „Ich hoffe, dass sich weitere zu dem Schritt entschließen, diese Karte zu beantragen“, sagt Angelika Lübcke. Schließlich lägen die Vorteile ihrer Meinung nach auf der Hand: „Wir haben zahlreiche Partner, die Rabatte, Vergünstigen, attraktive Angebote anbieten – für die Inhaber der Ehrenamtskarte MV.“ 

Detlef Westphalen freut sich, dass er doch den Antrag gestellt hat. „Ich habe überlegt, mache ich es oder nicht. Aber dann habe ich gedacht: ,Ich weiß doch am besten, was ich ehrenamtlich gemacht habe.‘ Warum also nicht.“ In den nächsten drei Jahren – bis 2023 – kann Detlef Westphalen nun von den Vorteilen der Ehrenamtskarte MV profitieren. Nur vergessen darf er sie nicht, wenn er mal wieder mit seiner Ehefrau Helga ein Museum besucht. Das machen die beiden nämlich sehr gern. 

 

Die Ehrenamtskarte MV:

Ein Dankeschön für ehrenamtlich Engagierte – das ist die Ehrenamtskarte MV, eine Initiative des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die das Ehrenamt im Land würdigen möchte. Beantragen kann diese Karte jeder Ehrenamtliche, der sich mindestens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden im Jahr engagiert und dies während der letzten drei Jahre kontinuierlich. Antragsteller müssen mindestens 14 Jahre alt sein, des Weiteren müssen sich freiwillig und ohne Bezahlung für das Gemeinwohl einsetzen. Das Engagement muss in Mecklenburg-Vorpommern ausgeübt werden und die Antragsteller müssen in MV ihren Wohnsitz haben. Gültig ist die Ehrenamtskarte MV aber nur in Verbindung mit einem Lichtbildausweis.